Wohin?


Die Windrose ist ein Bestandteil des Kompasses, der schon seit dem Mittelalter von Seeleuten zur Orientierung benutzt wird. 
Orientierung ist etwas, das uns zurzeit fehlt.

Wohin werden all die Probleme wie Klimawandel, Pandemie und Krieg führen? Wohin sollen die Menschen die wegen Krieg und Hunger ihr Land, ihre Heimat verlassen müssen?

Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten, Geduld ist gefragt.  Schon in diesem Wort Geduld steckt es drin, dass etwas erduldet werden muss.

Wir sollten auf uns aufpassen, uns bei aller Empathie nicht selbst verlieren. 

Doch wo finden wir Trost und Zuversicht? In der Natur, wo jetzt die Rosen ihre wunderschönen Blüten fast schon verschwenderisch zur Schau stellen und die Schwalben sorglos ihre Nester wieder bezogen haben? 

Oder in unserem, wie auch immer gestalteten Beitrag – wie klein er auch sein mag – die Not zu lindern. 


HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Pfade! Psalm 24,4



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Vor kurzem las ich ein Buch über die Beobachtung von Vögeln. Die Birder, wie Menschen, die dieses Hobby perfektioniert haben, sich nennen, haben stets ein Fernglas und vielleicht auch eine Kamera dabei.  Am Ende des Tages notieren sie, wo sie welchen Vogel gesehen haben. Dabei geht es vielen darum, möglichst seltene Tiere zu sehen oder mit der Kamera „einzufangen“.

Diesem Anspruch stellt der Autor eine Aussage aus dem Zen-Buddhismus entgegen.       Freue Dich, wenn du heute einen Sperling siehst.  Der Sperling ist etwas Besonderes, ein genauso wertvolles Geschöpf Gottes wie der Eisvogel, den ich erst ein einziges Mal gesehen habe.  Wenn ich morgen wieder den Sperling sehe, ist er wieder außergewöhnlich.

„Kein Spatz fällt tot zur Erde, ohne dass euer Vater davon weiß“, sagt uns Jesus, „Darum habt keine Angst! Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Spatzenschwarm!“ *

An diese tröstliche Aussage werden wir erinnert, wenn wir das Außergewöhnliche im Alltäglichen erkennen.  

*(Hfa, Matt.29)           


  




   

 


DER OCHSE                                             

 

Beim Wegräumen der Figuren aus der Weihnachtskrippe halte ich ihn in der Hand und betrachte ihn eine Weile. Im chinesischen Kalender ist das Jahr 2021 das Jahr des Ochsen. Der Ochse, der stoisch seine Arbeit verrichtet oder wie es in der Bibel heißt, sein Joch trägt, steht sinnbildlich für die Geduld. 

Geduld ist im Moment gefragt, geduldig sollen wir warten bis der Lookdown vorbei ist, bis der Impfstoff kommt, bis wir uns wieder treffen und auch Gottesdienst feiern können. 

Ein altes Wort für Geduld ist Langmut, darin steckt nicht nur das lang, das uns an Langeweile erinnert, sondern auch das Wort Mut. Mut – wirkt dieses Wort, im Zusammenhang mit Geduld, nicht fehl am Platz?  Und doch brauchen wir Mut – Mut, um unseren Alltag zu leben, Mut mit schlechten Nachrichten umzugehen, Mut zur Hoffnung.

 

Starten wir geduldig und mutig in dieses Jahr 2021 













 Wenn es Dir schlecht geht, sei dankbar.

Diesen, auf den ersten Blick widersprüchlichen, Rat las ich vor einiger Zeit in einem Magazin. Dabei war dies nicht platt gemeint, so in der Art: Lächle und sei froh es könnte schlimmer sein. Nein - in dem Artikel ging es vielmehr darum, sich nicht ausschließlich auf das Schlechte zu konzentrieren, sondern wenn möglich den Blick auf das Glück im Unglück zu lenken.

Habe ich einen anstrengenden Arzttermin, kann ich dankbar sein, dass meine Tochter mich dorthin begleitet. Ich bin sehr traurig, weil unsere alte Katze gestorben ist, doch bin auch dankbar für jeden Tag, an dem wir sie bei uns hatten – 14 Jahre lang. 

Nun da ich, in Zeiten von Corona ein paar Zeilen zum Thema Danken schreiben will, fällt mir diese Denkweise wieder ein, denn auch das komm mir zuerst wie ein Widerspruch vor. Gerade jetzt, wo die Zahl der Infizierten wieder ansteigt, frage ich mich, wie denn das weitergehen soll. Die Corona Pandemie ist eine Herausforderung und hält auch künftig noch viele Fragen für uns alle bereit.

Versuchen wir auch hier, Dankbarkeit walten zu lassen, etwa für unsere Ärzte und Krankenschwestern, und allen anderen die in dieser schweren Zeit, unser Land am Laufen halten.

Auch Dir fällt sicher etwas ein, wofür du dankbar bist  . . . . 


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                  Auf diesem Bild sieht man, dass die Gleise für die kleine Bahn hier zu Ende sind.

                   Wer das nicht bemerkt und weiterfährt, wird jäh ausgebremst. Hier geht es nur

                   noch zu Fuß weiter, langsamer und beschwerlicher, aber - es geht weiter.

                   Auch auf dem Weg durchs Leben gibt es solche Situationen. Mitunter bemerken

                   wir nicht, dass wir auf Abwegen unterwegs sind oder sehen keinen Ausweg mehr.

                   Beschwerlich oder auf Umwegen, aber irgendwie geht es weiter.    


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